Planung und Navigation


31.07.2017

Wischnipur

19:10 Uhr

Wetter: Wechselhaft

 

Liebes Logbuch,

 

ich kaufte heftig ein, lies mich neben einem Acker nieder und packte mein Handy aus, um die Fähre nach Rosslare, Irland zu buchen. Ich hatte entschieden von dort aus nach Dublin und Belfast und anschließend nach Glasgow zu laufen. Den Umweg über Roscoff hätte ich mir sparen können. Nach Rosslare wäre ich auch von Cherbourg gekommen, 80 Kilometer über Viervielle-sur-Mer (Omaha Beach). Doch es ging mal wieder alles schief. Die Fähre war ausgebucht. Die einzige verfügbare, war die nach Cork. Da ich aber nur noch drei Wochen Zeit hatte bzw. keine vier Wochen mehr unterwegs sein wollte, musste ich auf Schottland verzichten und da es in Irland keine anderen nennenswerten Flughäfen, außer dem in Dublin gab, blieb mir eigentlich nur diese eine Option. Mein Weg führt also nach Roscoff, von wo aus mich die Fähre, für stattliche 188 Euro mit Doppelzimmer, inklusive Bad, nach Cork schippert und ich ca. 290 Kilometer nach Dublin laufe. Wenigstens habe ich einen Flieger für 100 Euro nach Memmingen, für den 25.08, buchen können. Meine Reise neigt sich also dem Ende zu. Wenn ich ankomme war ich genau 103 Tage on the road. Unfassbar wie schnell die Zeit vergeht, wenn man ständig unterwegs ist.

 

Es pisste immer wieder, sodass die Baumkronen über meinem Zelt ständig tröpfelten. Zudem kam noch ein starker Wind, der die ganze Nacht über andauerte. Und genau so lange lag ich auch wach da. Ich bekam kein Auge zu. Ich versuchte sämtliche Einschlafübungen durch, es war hoffnungslos. Aus Frust trank ich den Cognac vollends aus. Doch auch das half nicht.

 

Ich war froh, als endlich die Sonne aufging und das Trauerspiel ein Ende nahm. Den Tag über, las ich mein Buch „The Glass Room“ fertig und begann mit „Hollow Crown – The Wars of the roses and the rise of the Tudors”. Ich arbeitete außerdem die ersten paar Seiten von “600 Gitarrenakkorde” durch und markierte die, die mir zusagten.

 

Die 2. Nacht schlief ich wesentlich besser und am Morgen war ich gut erholt. Die letzten 50 Kilometer Luftlinie vor Roscoff standen bevor. Die heutigen 20 vergingen wie im Flug. Ein kleiner großer Aufreger war die fehlerhafte Navianzeige. Zwei Wege endeten einfach im Nichts, was Umwege zur Folge hatte. Open Street Map ist scheiße! In Deutschland zu gebrauchen, in Frankreich fehlen 50% der Wege. Disslike ihr Wichser. Dafür begrüßten mich zwei schnuffige Doggies. Nach 17 Kilometer Luftlinie lies ich mich auf einer Weide nieder. Miad bin i.