Sabbath


24.07.2017

Wischnipur

19:01 Uhr

Wetter: Bewölkt, momentan sonnig, der Regen scheint ausgeregnet zu haben

 

Liebes Logbuch,

 

es tröpfelte und nieselte immer wieder mal, jedoch nicht stark genug um eine Regenjacke überziehen zu müssen. Beflügelt vom gestrigen Wandererfolg absolvierte ich die Tour ohne größere Probleme. N gudes Zwanzgerle Luftlinie absolviert. Am Zielort angelangt, fragte ich eine Muslima nach dem nächsten Supermarkt. Gleich um die Ecke. Gut. Regenkittel übergeworfen, da es nun doch etwas stärker tröpfelte und einkaufen gegangen. Ein Bier, zwei Nektarinen, 2,5 Liter Wasser, eine Cola, Le Petit Beure Butterkekse, Salat, Wurst und genug Brot. Der Sabbath konnte kommen. Ich hoffte schnell einen Spot zu finden, was der Fall war. Ich flackte mich auf eine Wiese vor der Mauer des Stadtparks. Der Zeitpunkt der Pause schien mir plötzlich weniger gut gewählt zu sein, was mit Unzufriedenheit verbunden war. Ich hatte keinen Hunger, zockte özig Polytopia und fühlte mich unwohl. Paranoia hielt mich wach. Doch allmählich beruhigte ich mich wieder und begab mich wieder in eine liegende Position und schlief irgendwann ein.

 

Am nächsten Tag erwachte ich genauso griesgrämig, wie ich eingeschlafen war. Hunger hatte ich nicht wirklich, aß aber dennoch. Das Lesen war aufgrund ständiger Gedankeneinschübe anstrengend, sodass ich das Buch beiseitelegte und einfach wieder schlief. Um 19:00 Uhr erwachte ich und las weiter, bis es dunkel wurde. Zwischendurch musste ich warten bis der Regen endlich mal aufgehört hatte (es hatte den kompletten Tag in einer Tour gepisst), um einen Haufen zu legen. Unglaublich welchen Luxus man mit einem überdachten Klo genießt. Gegen Abend tummelten sich wieder zahllose Nacktschnecken auf meinem Zelt, die immer wieder mal laut zu Boden fielen. Ich erschrak. Aber da ich mittags geschlafen hatte, fiel mir das Einschlafen ohnehin schwer. Wenigstens hatte Wasser und Essen gut gereicht.

 

Der heutige Morgen war nicht mehr ganz so unbefriedigend, wie der Tag Pause. 140 Kilometer Luftlinie, bis Roscoff, sprich eine Woche. Sonntag also, wenn alles, bzw. ich, gut läuft. Der Ausblick auf das Meer und die Hafenstadt dahinter versetzte mich erstmal ins Staunen. Auch der Weg am Meer vorbei war schön. Im Wattenmeer lagen viele Boote auf dem Grund und wartete auf die Flut. Ich überquerte die Brücke, erklomm den steilen Berg und landete bald in einem Hypermarché, bzw. im Bäcker daneben, wo ich mir einen Kaffee, ein Sandwich L’Italien und zwei Croissants aux Amandes rausließ. Eine Post gab es leider keine in der Nähe. So musste ich meine Souvenirs und Bücher noch weiter mit mir rumschleppen. Schleppend war auch der Marsch heute. Die Zeit schien nicht zu vergehen und die Rute war kurvig und erforderte permanente Kontrolle des GPS. Bei der zweiten Pause packte ich mal wieder die Gitarre aus und fand Gefallen daran. Ich hatte vor mich wieder öfter damit zu beschäftigen. Ich dachte viel über Musk und Zukunftspläne nach und konnte es kaum erwarten alles in die Tat umzusetzen. Nach 20 Kilometern Luftlinie lies ich mich nieder.