Die Fäulnis


17.07.2017

Wischnipur

12:45 Uhr

Wetter: Wolkig, trotz dessen recht warm

 

Liebes Logbuch,

 

über den gestrigen Tag gibt es, außer dass ich 300 Seiten gelesen habe, nicht viel zu berichten. Ich entspannte und schlief dann mehr schlecht als recht.

 

Am nächsten Morgen erwachte ich vor 10:00 Uhr und marschierte los. Die anfängliche Fäule legte sich mit jedem Schritt, die Fäulnis allerdings nicht. Ich zählte zehn Tage, seit dem letzten Waschgang und irgendwie habe ich das Bedürfnis das Limit auszureizen, um zu sehen was passiert und vor allem wann. Da ich vermute, dass die Antwort auf die Frage "was" "Infektion“ ist, bin ich eher versucht heute einen Campingplatz mit Dusche aufzusuchen. Alternative wäre sich in drei Tagen im Meer zu waschen, wenn ich es erreicht habe. Wie dem auch sei.

 

Gott sei Dank stieß ich im ersten Dorf, entgegen der Aussage eines Bauarbeiters, auf eine Boulangerie. Meine Vorräte waren völlig erschöpft. Ich deckte mich gut ein, fetzte mir außerdem das Frühstücksmenü mit Sandwich, Kaffee und Brownie und bekreuzigte mich, als ich den Laden verlies. Unterwegs musste ich, als ich mich mal wieder beim Gedanken abzukürzen erwischte, an die Worte Magnums denken:

 

„Wenn du des net durchziehsch, brauchsch gar nemme heimkommen!“

 

Der Satz rügt mich stetig, wenn es Zeit wird, mich daran zu erinnern und ich bin dankbar dafür.

 

Ich sitze vor einer Kirche in Moyon, snacke Génoise orange und ein Hänchen Sandwich und hussel nun weiter. Dafür stehe ich mit meinem Namen.