Omaha Beach


12.07.2017

Wischnipur

15:00 Uhr

Wetter: Wechselhaft, bewölkt

 

Logbuch,

 

ich bin fertig. Die Museumsbesuche sind sau anstrengend.

 

Gestern sind noch zwei Reiter an meinem Zelt vorbeigeritten. Am Morgen ebenfalls. Der Mann sagte etwas von „sortie“ in angenervtem Ton und so packte ich meine Sachen um 8:35 Uhr. Da das Big Red 1 Museum erst um zehn Uhr öffnete, bin ich direkt zum American Cementary gesteuert. Allein der Parkplatz war riesig und das Besucher-Center gut bewacht. Mein Messer musste ich abgeben und den Rucksack musste ich mit reinnehmen. Die Ausstellung gefiel mir ausgesprochen gut, da es endlich mal detaillierte, persönliche Geschichten der Soldaten gab. Helden sind auf diesem Friedhof begraben. Amerikaner, die sich selbst geopfert haben und die Medal of Honor postmortem verliehen bekamen. Es waren auch die vier Brüder begraben, deren einziger noch lebender Bruder nach Hause geschickt wurde, worauf der Film „Soldat James Ryan“ basiert.

 

Als ich den Rundgang beendet hatte, holte ich mein Messer wieder ab und ging Richtung Memorial. Es war ein gigantisches, aus vielen Säulen errichtetes Denkmal, mit einer Statue in der Mitte. Auf den dahinter im Halbkreis aufgestellten Steintafeln, warn die Namen von 1557 Soldaten eingraviert, „deren Grab nur Gott kannte“.

 

Es war erstaunlich eine Vorstellung davon zu haben, was 9387 tote Soldaten bedeuten. Die sauber gemähte Wiese war von weißen Kreuzen und Sternen übersäht. Es dauerte ein paar Minuten, bis ich das Ende erreicht hatte. Von hier aus hatte ich auch das erste Mal Blickkontakt zu Omaha Beach. Als ich mich von dem ehrfürchtigen Anblick losreisen konnte, ging es Richtung Strand. Ein exotischer Wanderweg, wirklich. Ich hatte zwei Optionen: Den bewucherten und den unbewucherten. Ich habe mich natürlich für den bewucherten entschieden, weil ich dem provisorisch angebrachten Umleitungspfeil nicht traute. Durchnässt und zerkratzt, erreichte ich also Omaha Beach. Der Bunker, der den Amerikanern schwer zugesetzt hatte, stand noch. Er wurde nach der Eroberung als Funkzentrale verwendet. Anschließend ging ich runter zum Strand. Das war es also – Bloody Omaha. Der Strand, der 3900 Soldaten das Leben kostete. Das Wetter war stürmisch, genau wie damals. Ich ging den Strand entlang, bis zu „The Braves“, ein Denkmal aus großen Metallstangen am Strand. Ich kniete nieder und füllte das Glasfläschchen mit der Aufschrift „Omaha Beach“ mit Sand. Meine Sightseeing-Tour war damit fast am Ende. Nur noch zwei Museen, ein Friedhof und zwei Städte…

 

Das Omaha Beach Memorial Museum war auch sehr nice. Viele Überbleibsel, Waffen, etc. Ein 20-minütiger Film über die Landung in Omaha Beach gab es auch noch. So, Zeit für das Sahnehäubchen in Verville-sur-Mer, wo ich hingelaufen bin. Omaha D-Day Museum. Oh, noch Kamera aufladen…