Coburg


07.07.2017

Wischnipur

07:50 Uhr

Wetter: Ein schöner Tag ist zu erwarten

 

Liebes Logbuch,

 

cooles Datum. Die 20 Kilometer habe ich gestern wieder nicht gepackt. Nicht weil ich nicht gekonnt hätte, sondern weil ich einfach nicht konnte.

 

Ich lief zuerst eine Weile durch die Stadt und dann etwas mehr abseits über einen Berg, da der Weg endete. Ein netter Ex-Knacki (dem schlechten Tattoo auf seinem Arm nach zu urteilen), verriet mir eine Abkürzung durch eine Pferdeweide. Die beiden Pferde seien gentils. Auf der anderen Seite des Berges angekommen, bot sich mir eine traumhafte Aussicht über das Urlaubsparadies schlechthin. Weite Strände und eine Stadt davor. Nur die Bäume versperrten etwas die Sicht. Als ich in Cabourg ankam, war mir die Lauferei dann endgültig zu blöd. Überall liefen glückliche Menschen in Badeklamotten umeinander und ich stiefelte schwitzend mit einem 20 Kilo Rucksack am Strand vorbei. Mir reichte es. Ich nahm mir also Urlaub und pflanzte mich auf mein Handtuch unweit einer Dusche. Salz im Schlafsack ist bestimmt widerlich. Es war traumhaft und genau das Richtige, nach den anstrengenden Wochen. Ich ging schwimmen und faulenzte, immer meinen Rucksack im Auge behaltend. Am Abend wollte ich mir noch ein Festmahl Muscheln reinstellen. Mein Kontostand war auf 1.100 Flocken geschrumpft. Dennoch buchte ich mir ein Hotel für den nächsten Tag und suchte dann ein Restaurant, mit besten Bewertungen auf. Das erste hatte bis 13. Juli geschlossen. Das zweite nicht. Die Preise waren ordentlich. Ich orderte eine Pulle Weißwein für 22 Euro von dem ich nicht sicher war ob er korkte. Er war etwas sauer. Mit der Zeit wurde er aber besser. Zudem gab es das Menü für schlappe 39 Euro, mit acht Euro Aufpreis aufgrund des halben Lobsters als Vorspeise. Ich war bedient. Eine Pizza hätte es allerdings auch getan. Der Wein ballerte ordentlich rein. Ich bin leicht abgestürzt. Freudig schrieb ich mit Magnum, legte 70 Euro auf den Tisch und setzte mich wabbelig in Bewegung. Ich baute mein Zelt mitten in der Stadt, ohne Heringe, hinter der nächsten Mauer auf und schlief direkt ein.

 

Am Morgen erwachte ich mit einem Kater. Wirklich merkwürdig nach nur einer Flasche Wein. Irgendwie verträgt sich Alkohol nicht sonderlich mit Wandern. Es war nicht mal 06:00 Uhr. Ich stand auf, packte zusammen und zockte bis mein Handyakku leer war. Verballert soff ich eine Dose Cola. Anschließend lief ich in der aufgehenden Sonne zum nahegelegenen Hotel, wo ich darauf warte, dass die Rezeption in 15 Minuten öffnet.