Down in Bar-le-Duc


10.06.2017

Wischnipur

18:14 Uhr

Wetter: Ca. 25°C

 

Liebes Logbuch,

 

ich nutzte die Gunst der Stunde und las gestern zwei Mal das erworbene Heft. Anschließend spielte ich Gitarre, bis das Zelt eine angenehme Kühle erreicht hatte. Davor war es nicht auszuhalten. Nachts wurde es wieder bitterkalt, sodass ich die Rettungsdecke auspacken musste. Ein neuer Schlafsack musste her, das stand fest. Heute Morgen erhob ich mich und war gegen 09:00 Uhr abmarschbereit. Entspannt lief ich den Kanal entlang und gelangte gegen 12:00 Uhr an das 15 Kilometer entfernte Bar-le-Duc. Unterwegs suchte ich immer wieder nach Badespots, leider erfolglos. Bar-le-Duc war ein Shoppingparadies. Am Stadtrand fand sich zuerst einmal eine Art Blautal-Center und je weiter man in die Stadt hineinlief, desto mehr Läden wurden es. „Endlich mal kein Kaff,“ dachte ich. Ich suchte einen Aldi auf und deckte mich für den Sonntag ein. Anschließend schlenderte ich durch die Stadtmitte und erwarb ein französisches Wörterbuch und „in Cold Blood“, die Story zweier Killer auf Englisch. Hier und da kaufte ich noch zwei Brote und eine Coke. Sogar E-Zigaretten-Läden gab es. Tromml wäre gestorben. Als ich mich geschafft auf einer Bank niederlies, fiel mir ein, dass ich mich ja noch nach seinem Befinden erkundigen musste. Ich schaute im Wörterbuch nach Telefonzelle und fragte vorbeilaufende Passanten. Doch nirgends war eine in Sicht. Also fragte ich den jungen Pakistani, von dem ich die Coke gekauft hatte, ob ich von seinem Handy aus anrufen könne. Ich erklärte ihm meine Situation und er willigte ein. Tromml teilte mir mit, dass er mit seiner Vermutung richtig gelegen hatte. Er bekam Antibiotika und fiel für einige Tage, vielleicht sogar zwei Wochen aus. Wenigstens hatte er die richtige Entscheidung getroffen. Ich hielt noch ein kleines Schwätzchen mit dem Dude, der etwas Englisch sprach, verabschiedete mich und begab mich auf die Suche nach einem ruhigen Plätzchen. Zwei Bänke, einige Gitarrensolos und einen Sonnenbrand auf dem Vordertorso später, fand ich einen Tisch mit Bänken, an einem ruhigen Örtchen neben den Bahngleisen, das nur ruhig war, wenn kein Zug vorbei bretterte. Spot. Da ich aber noch auf etwas Restaurantartiges aus war, steuerte ich nochmal los und erwarb 2 Schokocroissants, sowie eine weitere Ausgabe der Zeitschrift Chobix. Man will ja nicht jeden Tag Spaghetti essen. Die Suche nach einem Restaurant, das hier irgendwo sein soll, war mir dann doch zu blöd, sodass ich zur Bank zurücklief. So. Französisch lernen.