Der heißeste Tag des Jahres


29.05.2017

Tromml

20:00 Uhr

Wetter: Heißester Tag des Jahres (35°)

 

Nach einer durchzechten Nacht wurde ich durch einen wenig dezenten Furz aus dem Schlaf gerissen. Es stank fatal, sodass ich erst mal das Apartment verlassen musste, um ein paar Züge von meiner E-Zigarette zu nehmen. Rückblickend betrachtet wäre es wohl zum Wohle der anderen Hotelinsassen angebracht gewesen, mir erst etwas anzuziehen. Als Wischnipur ebenfalls erwachte, gingen wir äußerst bescheiden frühstücken. Danach packten wir unser Zeug zusammen und marschierten Richtung S-Bahn Haltestelle, wo wir die Linie D in Richtung Bahnhof nahmen. Dort machten wir uns auf in Richtung neues Hotel. Beim Check-In stellten wir aber fest, dass wir ins falsche Hotel gelaufen waren. Zwei Straßen weiter erreichten wir schließlich das richtige und checkten ein. Da es aber erst 12:00 Uhr war, ließen wir unsere Rucksäcke stehen und setzten uns kurz darauf in den erstbesten Pub. Dort tranken wir ein leicht säuerliches und geschmacklich recht interessantes Bier namens Meteor, welches das erste von vielen an diesem Tag sein sollte. Anschließend bummelten wir etwas planlos durch die Straßburger Innenstadt und Wischnipur kaufte sich einen neuen Hut. Kurz darauf entdeckten wir ein edel anmutendes Steakhouse. Wir tranken Bier, ich aß einen El Banio, Wischnipur einen El Mediterane Burger. 50 Euronen kostete uns der Spaß. Wir checkten ins Hotel ein, wo Wischnipur sich völlig erschöpft schlafen legte. Ich ging duschen und las einige Seiten in meinem Buch, trank dazu ein Singa. Singa, ein thailändisches Bier in einer 0,625 Liter Flasche.

Als Wischnipur sich schließlich vom Öz entledigt hatte, gingen wir abermals in die Innenstadt. Leider kann ich nicht mehr detailliert wiedergeben, was sich hier ereignete. Zusammenfassend kann ich sagen, wir tranken an verschiedenen Orten verschiedene Biere. Eines davon hat ranzig nach Essig geschmeckt. Wir orderten ein Neues. Außerdem spielten wir Billard, kauften unsere Straßbourg Abzeichen, aßen Kuchen und tranken endlos viel Bier. Vielleicht zu viel Bier. Die Stimmung schwankte stark. Als es spät wurde, steuerten wir gut besoffen durch die Stadt und verloren uns hin und wieder aus den Augen. Als Wischnipur sich einen Döner Kebab orderte, steuerte ich aufs Klo. Doch da ich den Lichtschalter nicht fand, fand ich auch kein Klo und musste somit recht wage schätzen, wo ich hinzielen sollte. Ich öffnete eine Tür und lies es laufen. Einige Zeit später aßen wir noch eine Pizza, wo wir einen 50er Jahre-DJ aus Mannheim trafen und ein kurzes Pläuschchen führten. Wir gingen ins Hotel und fielen besoffen in den Schlaf.

 

Nachdem wir ausgeschlafen hatten, checkten wir aus und machten uns frisch geduscht auf den Weg. Wir kauften noch etwas Wasser und Lebensmittel, dann ging es mehrere Kilometer durch Straßburg. Nach zwei Stunden wurde die Hitze immer unerträglicher. Wir kauften zusätzlich noch isotonische Drinks und verließen Straßburg. Nun war es so heiß, dass wir nur noch schleppend vorankamen. Ich bekam alle paar hundert Meter kleine Kreislaufbeschwerden, somit legten wir viele Pausen ein. Wir erreichten schließlich ein kleines Dorf. Aus irgendeinem Grund deckten wir uns in Straßburg nicht mit genügend Essen ein. Das war deshalb ein Problem, da sonntags die Bäckereien auf dem Land geschlossen haben. Wir liefen also eine ganze Zeit verzweifelt eine Hauptstraße entlang, bis wir einen Italiener fanden. Ich aß Spaghetti Carbonara und Wischnipur eine Lasagne. Wir füllten abermals jeder seine zwei 1,5 Liter Flaschen auf und liefen weiter. Es war die reinste Folter. Irgendwann kamen wir an einen Ort namens Wolfsheim. Verzweifelt suchten wir wieder nach Wasser, bis wir auf einer Terrasse wieder ein paar Leute entdeckten. Wir hielten ein kurzes Gespräch auf Deutsch. Ja die sprechen hier fast alle deutsch, aber keiner englisch. Zu guter Letzt ließen wir wieder unsere Flaschen auffüllen und quälten uns aufs Feld hinaus. Wir beschlossen hier zu übernachten, da unsere Körper die Tortur nicht mehr mitmachten. Mit letzter Kraft quälten wir uns an einen schattigen Platz. Wir unterhielten uns noch ein wenig, bevor wir uns schlafen legten. Es war selbst nackt und ohne Schlafsack kaum auszuhalten im Zelt.

 

Satz des Tages:

 

„Dem pinken Pferd ist bestimmt auch so heiß.“ – Wischnipur, als er ein Pferd mit pinkem Anzug sieht.