Die Bank am Fluss


24.05.2017

Tromml

18:47 Uhr

Wetter: Sonnig/warm

 

Liebes Logbuch,

 

gestern ging es zu gemäßigter Zeit gegen 09:00 Uhr los. Nach anfänglicher Schwäche haben wir die Faulheit überwunden und machten gut Strecke. Nach einem kurzen, sonnigen Weg ging es auf einen zehn Kilometer Marsch durch den Wald. Ich möchte anmerken, dass es der langweiligste Waldweg aller Waldwege war. Einziger Lichtblick war ein schöner Mammutbaum. Zwischenzeitlich genehmigte ich mir einen guten Schiss, wofür ich als vorgesehenen Platz einen Jägerstand auserkoren hatte. Dabei verbrauchte ich auch unser letztes Cottonelle, welches leider nicht ganz reichte. Also noch eine Rolle Klopapier ausgepackt und den Hintern ordentlich gereinigt. Nach insgesamt ca. zwölf Kilometern erreichten wir Baiersbronn. Eine kleine Stadt, die sich zu Ehren einen Baiersbronn Schriftzug, wie dem in Hollywood gegönnt hatten. Leicht beeindruckt liefen wir eine steile Straße in die Stadtmitte hinunter. Dort erreichten wir einen Dönermann. Ich speiste eine Dönerpizza und Wischnipur einen Yufka. Danach gab es noch einen Kaffee und wir zogen weiter Richtung Bäcker, wo wir unser Proviant auffüllten, u.a. mit einem äußerst akzeptablen Blaubeerkuchen. Kleine Anekdote: Die schon nicht mehr ganz taufrische Bäckersfrau war von unserer Erscheinung wohl so beeindruckt, dass sie ihre Kasse mit verdammt viel Kleingeld auf dem kompletten Boden verteilte.

Als wir den Bäcker verließen trauten wir unseren Augen nicht. Zwischen einem Dixi-Klo und einem Auto mit dem Kennzeichen KA CK 1024, stand eine Cemo-Box (die in der weiteren Geschichte noch eine tragende Rolle spielen sollte). Danach steuerten wir noch einen Kiosk an. Wischnipur war zu geizig 0,30 € fürs Kacken zu bezahlen. Allerdings genehmigten wir uns vom Kiosk zwei Chantrés und die neuste Ausgabe der Zeitung „Schlüsselloch“. Die Kioskverkäuferin meinte: „Die guten hab ich unter der Theke“, woraufhin wir uns für das eben genannte Blatt entschieden. Weiter ging es bis nach Obertal. Auf dem Weg sahen wir einen Getränkemarkt namens „Finkbeiner“. Das komische an der Sache war, dass er nicht zur gleichnamigen großen und bekannten Kette gehörte. Wir fragten uns, ob das mit dem deutschen Recht vereinbar wäre und kauften schließlich einiges an Alkoholika und auch Wasser. Kurz darauf fanden wir unser Nachtlager. Es schien perfekt, denn da war eine Bank, ein Fluss und moosiger Boden. Mein Rücken machte mich auf einmal richtig fertig und Wischnipur versuchte mich zwei Mal einzurenken. Doch es half nichts. Schließlich fingen wir an uns derbe zu betrinken und der Abend wurde trotz Rückenproblemen sehr lustig. Wir führten tiefsinnige Gespräche, lachten, weinten und tranken bis nichts mehr da war. Spät gingen wir zu Bett. Als ich mich hinlegte und kurz darauf wieder aufrichtete fuhr es mir heftig in der Nierengegend rein. Meine Blockade hatte sich gelöst, dafür hatte ich nun mehr oder weniger starke Schmerzen. Der Moosboden war allerdings doch nicht so toll wie gedacht. Überall waren Einkerbungen und Äste. Scheinbar waren wir zu betrunken, als wir unser Zelt aufbauten. Die Nacht war die schlimmste, seit Anfang der Reise. Ich las noch gute 100 Seiten in meinem Buch, ehe ich endlich einschlief. Doch wir wachten beide ständig auf. Es war die reinste Tortur.