Feuersalamander


20.05.2017

Tromml

19:16 Uhr

Wetter: Angehenm

 

Morgendlich aufgestanden habe ich erstmal meine Haxen durch auf und ab laufen getestet. Befund war nicht so gut. Wir haben Wischnipurs Schwester angerufen und uns die Nummern von zwei ortsansässigen Orthopäden geben lassen. Leider waren beide schon ausgebucht und somit musste ich mit Schmerzen im Fuß meine Reise fortsetzen. Just in dem Moment als wir uns auf den Weg machten, fing es miserabel zu pissen an und es hörte nicht mehr auf. Das führte dazu, dass die Stimmung ebenso miserabel wurde. In den nächsten Stunden passierte nichts, außer Regen und im Regen laufen. Als wir schließlich nach ca. zehn Kilometern eine Ortschaft erreichten, nutzten wir die Gelegenheit unsere Trinkbehältnisse aufzufüllen. Weiter ging es nach Bad Niederau, über einen äußerst fragwürdigen Trampelpfad, den wohl seit längerer Zeit niemand mehr bewandert hatte. Zahlreiche umgestürzte Bäume und ein abgerutschter Hang erschwerten uns den Weg. Einziger Lichtblick war ein ziemlich stattlicher Feuersalamander, welcher unseren Weg kreuzte.

In Bad Niederau gab es mal ein Café. Jetzt gibt es dort keins mehr. Ziemlich verzweifelt ließen wir uns im strömenden Regen in der Ortsmitte nieder und schoben Frust. Dann trafen wir einen aus Cottbus stammenden Herrn, welcher uns anbot uns nach Rottenburg zu fahren, damit wir dort einkaufen gehen könnten. Wir bedankten uns bei dem netten Mann, der in einer Woche in Rente gehen und dann zurück in seine Heimat nach Cottbus ziehen würde und wünschten ihm eine erholsame Rente. Nachdem der Einkauf erledigt war, noch kurz was beim Asiaten gesnackt und dann mit noch schwererem Rucksack die beschissenen vier Kilometer wieder zurück nach Bad Niedernau gelaufen. Dort ließen wir uns in einer Wiese nieder, wo ich dann das Zelt aufbaute und Wischnipur sich bereits um 18:00 Uhr ziemlich grantig schlafen legte. Nachdem ich noch ca. 100 Seiten von „Das Parfüm“ gelesen hatte, legte ich mich ebenfalls hin. Was ein scheiß Tag!

 

Die Nacht war beschissen kalt. Als ich erwachte war ich so durchgefroren, dass ich mich fühlte, als hätte ich eine Lungenentzündung. Doch zum krank sein war keine Zeit. Am späten Morgen packten wir ziemlich erschöpft zusammen und verließen Bad Niedernau. Nach gerade mal zwei Kilometern erreichten wir ein Dorf, dessen Namen mir entfallen ist. Da es dort sowieso nichts gab, spielt das aber auch keine Rolle. Wir zogen weiter, um nach sechs Kilometern ein weiteres Dorf zu erreichen. Dort gab es eine kleine versteckte Gaststätte, welche sehr urig daherkam. Die Tür war offen. Doch es war menschenleer. Wir gingen die Treppe hinauf, wo uns eine ältere Frau empfing und uns mitteilte, dass samstags geschlossen sei. Da wir aber wohl so mitleiderregend daherkamen, lud sie uns netterweise auf ein Getränk ein und stellte uns einen Korb mit Fressalien hin. Nachdem wir noch unsere Wasserflaschen auffüllten und uns dankend verabschiedeten, ging es weiter in Richtung Eutingen im Gäu. Der Weg wurde immer beschwerlicher. Wischnipurs Füße versagten vor Ermüdung. Von mir will ich eigentlich gar nicht erst anfangen. Mein linker Fuß schmerzt noch immer an der Achillessehne. Mein rechter meldete sich auf einmal auch und ich konnte fortan nur noch humpeln. Zu allem Überfluss fiel mir dann auch noch auf, dass ich oberhalb beider Achselhöhlen pelzige Stellen hatte. Ich rätsele seitdem, ob es vom Tragen des Rucksacks kommt oder von meinem Rücken. Als wir Eutingen erreichten machten wir im Gasthaus „Zur Hilde“ Halt. Dort erfuhren wir leider, dass bereits alle Zimmer belegt waren. Somit sollten wir abermals eine Nacht im Freien verbringen. Immerhin fanden wir noch einen Döner Imbiss und somit war der Bierdurst gestillt. Wir deckten uns noch mit weiterem Bier ein und schleppten uns mit letzter Kraft auf eine Wiese wo wir unser Zelt aufbauten und unser Bier genossen. Immerhin stand jetzt ein Tag Pause bevor und wir erwarteten Besuch von Nicy, Jessi und Luis.