Der Aufbruch


15.05.2017

Wischnipur

17:58 Uhr

Wetter: Die Sonne scheint

 

Liebes Logbuch,

 

die Sonne scheint auf die mit gelben Butterblumen und Moos bewachsene Wiese, auf der wir unser Lager aufgeschlagen haben. Tromml, mein Weggefährte, hat sich dazu ermutigt noch ein paar Dehnübungen zu machen. Dazu gibt’s Paulaner Zwickl.

 

Der Tag begann relativ unentspannt, da kaum aus der Haustür meines Elternhauses herausgetreten, gleich das Hochsträß vor mir lag, das es zu besteigen galt. Nach ca. 5 Minuten dachte ich mir oh…Ohje. Ich verlief mich in den Feldern und verspätete mich daher um 10 Minuten. Tromml erwartete mich bereits. Mit leicht schweren Herzen verabschiedeten wir uns von seiner Freundin Nicy und seinem Hund Bonny, die ihn begleitet hatten und starteten die Reise.

 

Es war sehr entspannt. Das Navi funktionierte nach anfänglicher Eingewöhnung einwandfrei. Wir liefen die meiste Zeit durch Wälder, die teilweise doch sehr abenteuerlich waren. Das ein oder andere Schnick-Schnack-Schnuck entschied welchen der verwilderten Waldwege wir einschlugen. Unterwegs kamen wir ins Gespräch mit einem Dude an einer Raststätte, der von unserem Plan begeistert war. Als Tromml tollpatschig einem Schmetterling hinterher klatschte, erinnerte er mich an die Brut des Oberteufels Piccolo aus Dragonball. Sein Name war Tromml. Unter Wandersleuten ist es Brauch einen Namen von einem anderen Wandersmann zu erhalten, den man annehmen musste. Und so war es: Mein Weggefährte hieß ab sofort Tromml.

 

Eine Weile später, nach weiteren verwilderten Waldwegen, kamen wir in Schelklingen an. Der Anblick dieses Ortes war nicht von schlechten Eltern. Da mein Wasservorrat erschöpft und unser Abendessen noch gekauft werden musste, benötigten wir dringend Bier. Ein strahlend roter Finkbeiner thronte am Ortsanfang. Wir schlugen sofort einen Umweg ein und kauften Bier, Radler und Wasser. Als wir weiterlaufen wollten, begann es zu regnen. Stark genug, dass wir uns unterstellen mussten. Radlerpause, Regenjacke und Rucksackcape übergeworfen. Nach 5 Minuten war der Regen vorüber. Weitere 5 Minuten später lugte die Sonne hinter den Wolken hervor und es wurde wieder brechend heiß. Also Regenjacke beim Proviantkaufen im nächsten Rewe wieder ausgezogen. Es begann allmählich unangenehm in den Schultern zu ziehen und im Fuß zu schmerzen. Tromml ging es nicht anders. Wir liefen noch gute 2 Stunden weiter bis nach Teuringshofen, wo wir eine mit viel Moos bewachsene Butterblumenwiese fanden, auf der wir uns erschöpft niederließen. So. Biertime.